»Programmierung muss eben auch als Forschungsprozess gesehen werden«

Ein Interview mit Marie Graser, Frederike Heinitz und Arno Schlipf

Das vorliegende Quellen-Kompendium »Digitale Ungleichheiten« ist das Ergebnis eines intensiven, gemeinsamen Forschungsprozesses von Zeithistoriker:innen und Programmierer:innen. Dabei waren das Knowhow von Frederike Heinitz und Arno Schlipf im Bereich IT und Design, aber auch das unserer Kollegin Marie Graser, die den gestalterischen Prozess immer wieder durch akribische Korrekturen und kluge Ideen unterstützte, essenziell für diese Publikation. Als Herausgeber:innen des Bandes haben wir ein schriftliches Interview mit diesen zentralen Protagonist:innen des digitalen Publizierens geführt, um ihre Perspektiven und Erfahrungen abzubilden.

Im Interview treten die konkreten Entscheidungsprozesse, aber auch die Chancen und Herausforderungen des digitalen Publizierens generell hervor: so z.B. bei der Auswertung und Sicherung von Forschungsdaten, bei der gemeinsamen Entwicklung von KI-gestützten Lösungen zur Erschließung von audiovisuellen Quellen, bei einer Netzwerk-Visualisierung von Webquellen und allen voran beim Zusammendenken von Online-Präsentation und gedruckter Ausgabe. Erkundet wurden dabei zahlreiche digitale Methoden, um die Quellen dieses Kompendiums online zu präsentieren. Die gewählten Formate sowie die Entscheidung für dazu eingesetzte Programme beeinflussten wiederum die Forschungsergebnisse, sodass ein konstruktiver Austausch entstand.

Im wissenschaftlichen Reputationssystem mangelt es an greifbarer Wertschätzung für diese Formen der digitalen Arbeit, ohne die dieses Buch nie hätte entstehen können. Das Interview ist daher mit dem Wunsch der Beteiligten verbunden, die Rolle von Programmierer:innen und Grafik-Designer:innen, die grundlegend für digitale wissenschaftliche Veröffentlichungen wie auch die Erzeugung von Forschungsdaten ist, sichtbarer zu machen – und sie als wissenschaftliche Leistung anzuerkennen, die in enger Verbindung und im wechselseitigen Austausch mit den »klassisch« Forschenden erfolgt.1

Digital History - Flowchart, Gemini 3.5 Flash-Lite, 23. September 2026. Frei nach: The Programmer’s Primer and Coloring Book, in: Datamation, September 1963, S. 50 

Christine Bartlitz & Michael Homberg

Wie verlief die Zusammenarbeit im Projekt? Wie konntet ihr euer Knowhow in den Prozess einbringen?

Frederike Heinitz

Die Zusammenarbeit verlief sehr positiv, weil wir so nah gemeinsam aus unterschiedlichen Perspektiven in das Thema eingetaucht sind. Allerdings habe ich den Aufwand und die Komplexität der Datengenerierung unterschätzt. Es war teilweise schwierig, im normalen Arbeitsalltag ausreichend Zeit zu finden, um kontinuierlich daran zu arbeiten. Ich habe dennoch das Gefühl, dass ich vieles gelernt habe und auch mein Wissen gut einbringen konnte. Programmierung muss eben auch als Forschungsprozess gesehen werden, in dem sich immer neue Probleme zeigen, die am Anfang nicht sofort überschaubar sind – genauso wie eine enge Zusammenarbeit wichtig ist, um zu gemeinsamen Zielen und auch zu einer gemeinsamen Sprache zu gelangen. Insgesamt hat mir die Arbeit viel Spaß gemacht.

Arno Schlipf

Es war gut, dass wir zu Beginn mehrere Treffen vor Ort hatten und viele involvierte Personen daran beteiligt waren. Wir haben Zeit miteinander verbracht, sodass wir uns persönlich kennenlernen konnten. Das ist bei der weiteren Zusammenarbeit, die dann online stattgefunden hat, ein großer Vorteil gewesen. Meine Fragen wurden immer schnell beantwortet, und wir haben, wie Frederike ja auch schon betont hat, eine gemeinsame Sprache gefunden.

Mein Knowhow konnte ich gut einbringen, sowohl durch einen Tech-Stack, mit dem ich bereits vertraut bin (Kirby), aber auch in für mich neueren Feldern wie der KI-Anbindung. Grundsätzlich ist mir viel Vertrauen entgegengebracht worden, und gerade die Freiheit bei der Gestaltung des Designs hat die Arbeit an der Website sehr angenehm gemacht. Besonders motiviert hat mich eure Begeisterung, wenn neue von mir entwickelte Features online gegangen sind.

Natürlich ist es immer gut für die Gestaltung und Programmierung, wenn frühzeitig schon möglichst finale Inhalte eingepflegt sind – was dann in Einzelfällen aus verschiedenen Gründen nicht immer geklappt hat. Aber durch den intensiven Austausch und den Zugang zu den vorläufigen Daten in der ZZF-Cloud konnte ich das bereits vorher gut abschätzen.

Marie Graser

Meine Mitarbeit im Projekt begann zu einem späteren Zeitpunkt, als es vor allem um die digitale Aufbereitung und das Einpflegen der Texte sowie der unterschiedlichen Quellen in das CMS ging. Der Einstieg in den bereits laufenden Prozess und das Anknüpfen an die bisherige Arbeit fiel mir durch den offenen Austausch und die schon angestoßenen Prozesse leicht. Auch das digitale Einpflegen der Texte und Quellen war sehr zugänglich und nachvollziehbar.

Viele Fragen und Anmerkungen ergaben sich dann vor allem im Laufe der konkreten Gestaltung. Gerade in diesem Prozess wurden an verschiedenen Stellen neue Baustellen sichtbar. Durch die diversen Feedback-Schleifen und Online-Treffen konnten diese Fragen gemeinsam diskutiert, beantwortet und weitergedacht werden. Besonders positiv war für mich, wie offen neue Ideen besprochen wurden. Die gemeinsame Motivation und die Freude am Projekt haben sich in der Zusammenarbeit immer als ein verbindendes Element gezeigt.

Im Verlauf des Arbeitsprozesses beschäftigte uns vor allem die Frage, welche Möglichkeiten und Potenziale eine digitale Publikation eröffnet. An welchen Stellen können digitale Formate neue Wege der Darstellung ermöglichen, ohne darüber die Inhalte und deren wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit aus dem Blick zu verlieren? In diesen Prozess konnte ich mein bisheriges Knowhow im geschichtswissenschaftlichen Arbeiten miteinbringen. Zugleich hat das Projekt gezeigt, wie sich der Umgang mit historischen Quellen durch das digitale Publizieren erweitern lässt. Quellen lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise visuell aufbereiten und in Texte einarbeiten. Sie können anders zugänglich gemacht und vermittelt werden. Da ich erst später zur Arbeitsgruppe gestoßen bin, hatte ich zudem einen neuen Blick auf das Projekt, was hilfreich war.

Was für Anwendungen habt ihr gewählt und warum? Und welche Bedeutung haben Fragen der Nachhaltigkeit, etwa bei der Dokumentation von Forschungen, aber auch bei der Auswahl von Firmen, Stichwort: Open Source?

Frederike Heinitz

Ich habe zum Beispiel für die Netzwerk-Visualisierung im Beitrag von Nina Neuscheler zum frühen Web einen Crawler in Python geschrieben, der anhand der Mitgliederliste eines Webrings Links auf den archivierten Seiten der Mitgliederinnen dieses Webrings sucht. Die Entscheidungen für die Wahl der Programmiersprache und das Design des Webcrawlers habe ich getroffen. In der Zusammenarbeit war es aber natürlich notwendig, gemeinsam die Basisdaten festzulegen, wie zum Beispiel den Zeitpunkt der gesuchten Snapshots. Entwickelt hat sich ein beständiger Workflow mit viel Austausch über die Resultate des Webcrawlers und immer weiterer Verfeinerung, weil Websites, die mehrfach die URL gewechselt hatten, um spezifische Mappings ergänzt werden mussten, um sie überhaupt auflisten zu können.

Gemeinsam haben wir in diesem Prozess definiert, welche Daten für die spätere Analyse, aber auch für die Sammlung von Snapshots als Forschungsdaten nötig sind. Nach und nach hat sich dies herauskristallisiert, und es ist eine Sammlung von Skripten entstanden, die teilweise sehr spezifisch für das gewählte empirische Fallbeispiel ist. Allerdings ist das vorliegende Ergebnis auch als Ausgangspunkt für zukünftige ähnliche Projekte zu verstehen. Ich habe geplant, die Skripte alle noch einmal durchzugehen und etwas zu strukturieren, um dann ein GitLab-Repository auf unserem am ZZF gehosteten GitLab-Server zu erstellen: für die Dokumentation und eventuelle Nachnutzungen.

Insgesamt haben so etwa Nina Neuscheler und ich sehr eng zusammengearbeitet. Wir haben die Ergebnisse des Webcrawlers immer wieder auch manuell nachkontrolliert, um sie in eine Form zu bringen, in der sie in Gephi genutzt werden konnten. Dabei haben wir auch gemeinsam einen Workshop zu Gephi besucht, sodass wir beide gelernt haben, mit dem Tool umzugehen. Gephi ist ein Open Source Tool zur Netzwerk-Visualisierung, das die Struktur des Netzwerks visuell nachvollziehbar macht und das sich auch ohne Programmierkenntnisse verwenden lässt.

Arno Schlipf

Ich habe in erster Linie Ideen – der Autor:innen, Herausgeber:innen oder auch von mir – zur Darstellung der verschiedenen Quellen im Web umgesetzt. Dabei war es wichtig, sich von der statischen Darstellung zu lösen und die Möglichkeiten des Browsers zu nutzen, um die Quellen interaktiver erfahrbar zu machen. Die Quellen sind dabei weiterhin im Textfluss verankert, unterbrechen diesen aber bewusst und bekommen damit mehr Aufmerksamkeit und Raum.

Die Zusammenarbeit mit Frederike war zum Teil sehr eng, so bei der Aufbereitung der Dateien für den Browser. Glücklicherweise lagen die Netzwerkgraphen bereits in einem Open Source Programm (Gephi) vor, das auch JavaScript-Bibliotheken bereitstellt, mit denen eigene Netzwerk-Ansichten programmiert und angepasst werden können. Bei der Suche nach KI-gestützten Lösungen lag der Fokus auf europäischen Anbietern und dem Abwägen, was die Server des ZZF übernehmen können und wo Drittanbieter sinnvoller sind. Mit dem Grafiker konnte ich gemeinsam an der Übertragung der Web-Version in die Print-Ausgabe arbeiten, was besonders dem Brainstormen und der Ideenfindung zugutegekommen ist.

Beim Programmieren der Website habe ich auf Nachhaltigkeit geachtet. Das hieß konkret, die Datenmenge möglichst klein zu halten, was bei den vielen audiovisuellen Quellen (Videos) in den einzelnen Beiträgen eine ziemliche Herausforderung war. Durch Lazy-Loading und responsive Bildgrößen konnte ich hierbei viel optimieren. In Hinblick auf Resilienz wurden möglichst wenig Drittanbieter gewählt (nur die Software des französischen Unternehmens Mistral für die einmalige Transkription der Video-Quellen). Der Source-Code für die Netzwerk-Visualisierung selbst liegt bei GitHub. Hier gäbe es europäische Alternativen. Aber um den Code und die Dokumentation der Forschung wirklich sichtbar zu machen, bietet sich GitHub als die mit Abstand bekannteste Plattform für Open Source an. Schließlich ist die Website zum einfachen Self Hosting auf den Servern des ZZF von Frederike und mir konzipiert wurden.

Was waren die Herausforderungen? Und welche Wünsche sind offen geblieben?

Arno Schlipf

Wie immer hätte ich gerne noch mehr Zeit gehabt, um an weiteren Ansichten und Tools zu arbeiten. Die Idee stand im Raum, aktiv Werkzeuge zu entwickeln, die nicht nur für die Präsentation der interaktiven Quellen genutzt werden, sondern auch für das Sortieren und Entdecken der Daten selbst eingesetzt werden können. So ließe sich z.B. eine Vielzahl von Magazin-Covern, die in einigen Beiträgen als Quellen vorhanden sind, mit KI nach bestimmten Kriterien auswerten. Die Netzwerk-Analyse für einzelne Webringe und Linklisten geht stark in diese Richtung. Allerdings hätten mehr solcher Tools möglicherweise auch den Rahmen dieser Publikations-Website gesprengt. Denn es stellt sich natürlich schon die Frage, inwieweit man hierbei das Rad immer wieder neu erfinden muss oder auf vorhandene Programme zurückgreifen sollte. Das lässt sich nur im Einzelfall entscheiden. Aber das Nachdenken darüber, wie so ein Tool aussehen und funktionieren könnte, das sowohl für die Nutzer:innen der Website ohne viel Vorwissen wie auch zur wissenschaftlichen Auswertung des Quellen-Materials angewandt werden könnte, ist schon ein wichtiger und kreativer Teil meiner Arbeit.

Besonders mit der Startseite habe ich mich gestalterisch schwer getan. Die Artikel-Ansicht war schon recht früh mehr oder weniger final. Manchmal ergeben sich daraus die anderen Seiten automatisch. In diesem Fall waren die Schriftwahl und das Farbkonzept aber herausfordernd, und es hat lange an einer zündenden Idee gefehlt. Durch das Cover und die Perspektive der Print-Ausgabe hat das nochmal neuen Schwung bekommen und sich letztlich dann auch zusammengefügt.

Der Umgang mit den CARE-Prinzipien2 ist vermutlich am deutlichsten bei der Analyse und Visualisierung der Netzwerke privater Websites zum Tragen gekommen. Sie wurden öffentlich im Internet angelegt, aber natürlich zu einem sehr frühen Zeitpunkt ab Mitte der 1990er Jahre. Das sind für mich deshalb mit die spannendsten Quellen, weil sie einen sehr privaten Einblick in die Zeit und die Szene der Nutzerinnen geben. Wir speichern die Websites selbst nicht auf dem Server, sondern rufen sie über das Internet Archive auf.3 Dadurch gibt es zumindest eine zentrale Institution, bei der sich Betroffene melden können, wenn eine Website gelöscht werden soll. Sobald das geschehen ist, ist sie dann auch über unsere Publikationswebsite nicht mehr erreichbar. Doch gibt es gewisse Hürden, denn die Betreiberinnen müssen Nachweise für ihre Zuständigkeit erbringen, was bei so alten Websites nicht einfach ist.

Für die Programmierung habe ich für die interaktiven Quellen ein einfaches Framework (petite-vue) genutzt. Es ist perfekt für diesen Anwendungszweck geeignet, da der Großteil der Website auf dem Server gerendert und gecached werden kann. Dadurch konnten wir JavaScript sehr gezielt einsetzen. Bei aufwändigeren Quellen kommen allerdings noch große JavaScript-Bibliotheken hinzu. Im Verhältnis muss man aber auch berücksichtigen, dass manchmal schon eine einzelne Bilddatei bei der Datenübertragung stark ins Gewicht fällt.

Es gibt die Möglichkeit, die Daten zum Ende des Projekts entweder über einen GitLab-Server o.Ä. zu veröffentlichen oder auch direkt als Download auf der Website anzubieten. Wir könnten auch den Seiten-Quelltext veröffentlichen, aber es stellt sich schon die Frage, ob sich das wirklich jemand anschaut. Entwickelt habe ich eine komplexe Kirby-Website mit vielen verschieden Modulen, die aber wahrscheinlich nur für Entwickler:innen interessant ist, die bereits mit Kirby vertraut sind.

Frederike Heinitz

Ja, ich hätte auch gerne mehr Zeit gehabt, vor allem, da ich anfangs die Komplexität der Daten unterschätzt habe. Der Code für die Netzwerkanalyse hätte noch in eine stärker strukturierte Form gebracht werden können, mit einer klareren Trennung der spezifischen Funktionen, wie z.B. Filterungen einzelner sehr extensiver Linklisten anhand von Forschungsinteressen und -fragen oder durch Mappings geänderter URLs einzelner, oft »umgezogener« Seiten. Außerdem hätte ich gerne noch mehr an den generischen Funktionen gearbeitet, die auch für weitere Projekte hilfreich sein können. Exemplarisch habe ich sogar anhand der Datensammlung für einen weiteren Webring damit begonnen. Aber auch hier zeigte sich das Spannungsfeld aus generischem, besser nachnutzbarem und sehr spezifischem Code.

Die Daten für die Netzwerkanalyse auf der Website werden weiterhin übers Internet Archive abgerufen, was ja Arno auch schon erwähnt hat. Dadurch ist die Kontrolle der Daten durch die Betreiberinnen der Seiten gewährleistet. Wenn sie also die Daten aus dem Internet Archive löschen, sind sie auch bei uns nicht mehr auffindbar. Downloads der Daten von der Wayback Machine sind dennoch sinnvoll, um sie als Forschungsdaten auch dann zur Verfügung zu haben, wenn das Internet Archive nicht erreichbar ist.

Zum Abschluss des Projekts will ich den Code für den Webscraper noch auf unseren GitLab-Server legen. Somit wäre auch eine Veröffentlichung möglich und eine Nachnutzung außerhalb des ZZF.

Marie Graser

In der Gestaltung und der Einarbeitung der Texte und Quellen in das CMS zeigten sich verschiedene Herausforderungen. Im Kern ging es dabei um die Darstellung von Quellen und die Frage, wie diese optimal visualisiert und in die Beiträge eingebunden werden können. Gerade weil mit einer großen Bandbreite von unterschiedlichen Quellengattungen gearbeitet wurde, brauchte es dafür verschiedene Ideen von uns. Allerdings ließ sich nicht jeder Entwurf wie geplant realisieren. Manche Ansätze sorgten für technische Herausforderungen oder wirkten visuell im Text schließlich doch anders. Dies erforderte ein Umdenken und neue, kreative Lösungen: in einem Prozess des neugierigen Ausprobierens und im offenen, gemeinsamen Austausch über die diversen Möglichkeiten der Darstellung. Dadurch entstanden letztendlich die Lösungsansätze, die nun auch zu sehen sind und die illustrieren, was alles beim digitalen Publizieren möglich ist.

Welchen Einfluss haben digitale Infrastrukturen, digitale Tools und Quellen auf die Praxis historischen Arbeitens – und andersherum gefragt: Welche Auswirkungen hat der Forschungsprozess auf die Entwicklung von Anwendungen?

Frederike Heinitz

Ich verstehe Software-Entwicklung als offenen Forschungsprozess, der in ganz verschiedene Richtungen laufen kann: beeinflusst sowohl von den wissenschaftlichen Fragestellungen, aber auch von den Daten selbst, ihrer Zugänglichkeit, ihrer Widerständigkeit.

Gleichzeitig ist Software-Entwicklung auch nie wirklich abgeschlossen. Es müssen Updates entwickelt oder getestet werden, ob Funktionen nach Updates genutzter Frameworks immer noch funktionieren. Ich denke, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen der Entwicklung digitaler Werkzeuge und der Formulierung geschichtswissenschaftlicher Fragen an digital born data viele Chancen bietet, aber auch viel Raum und Zeit für gemeinsames Entwickeln braucht. Sei es, um eine gemeinsame Fragestellung zu entwickeln, sei es, um ein gemeinsames Grundverständnis der Daten zu erlangen. Das ist ein sehr wichtiger Prozess, und ich verstehe daher Software-Entwicklung als Forschungsarbeit. Allerdings ist es manchmal auch eine Herausforderung, die im normalen IT-Arbeitsalltag nicht immer leicht unterzubringen ist.

Wir danken euch ganz herzlich für das Gespräch!

Fußnoten

  1. 1
    Siehe dazu die Ziele der RSE-Gemeinschaft: https://de-rse.org/de/index.html.
  2. 2
    Siehe z.B. »NFDI4Culture-Kommunikationsleitline zu den CARE-Prinzipien für indigene Daten-Souveränität«, https://docs.nfdi4culture.de/communications-guideline-care/1-kommunikationsleitlinie-care.
  3. 3
    Das gemeinnützige Projekt wurde 1996 als Webarchiv in San Francisco gegründet: Internet Archive: Wayback Machine https://web.archive.org/.

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