Westeuropäische Cracker, jugoslawische Computerfans und asymmetrische Erinnerungen im späten Kalten Krieg
Das Blatt, um das es in diesem Beitrag gehen soll, sieht auf den ersten Blick unscheinbar, fast langweilig aus. Es wurde dem Digitalisierungsprojekt »Got Papers« im Jahr 2016 von Joost H., einem niederländischen Heimcomputerveteran, als Brief zur Verfügung gestellt.1 Doch gerade seine vermeintliche Unscheinbarkeit macht den Brief für die Wissenschaft interessant. Zum einen ist es seine Materialität: Zahllosen Behördendokumenten der vordigitalen Ära ähnelnd, auf grauem Papier mit Schreibmaschine getippt, steht er stellvertretend für die Persistenz »alter« Medientechnologien im medialen Umbruch und erinnert daran, dass dieser Umbruch ins Digitale kein plötzlicher war, sondern sich schleichend vollzog.2 Zum anderen ist das Herkunftsland und das Datum des Briefes bemerkenswert: die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien, 1986.
Sogenannte Freezer waren Steckmodule, mithilfe derer der jeweils aktuelle Inhalt des Arbeitsspeichers des C-64 »eingefroren« und abgespeichert werden konnte. Bekannte Modelle waren Action Replay, Final Cartridge und ICEPIC (hier zu »icepick«, also »Eispickel« verballhornt). Diese Technik konnte man u.a. nutzen, um kopiergeschützte Programme zu kopieren, während sie ausgeführt wurden und sich im Arbeitsspeicher befanden. Solche Kopien waren jedoch fehleranfällig, weswegen sie bei Usern unbeliebt waren.
Der 1982 lancierte »Commodore 64«-Heimcomputer gilt als eines der erfolgreichsten Computermodelle aller Zeiten und wurde bis zu seiner Einstellung 1994 zwischen 12 und 30 Millionen Mal weltweit verkauft. Der 8-Bit-Computer bestach durch überragende Grafik- und Soundqualität und erfreute sich großer Beliebtheit auf der ganzen Welt, auch in Südosteuropa.
Viele Heimcomputer der 1980er Jahre, neben dem C-64 auch der britische ZX Spectrum, nutzten nicht nur Disketten, sondern auch Mikrokassetten als Datenspeicher. Dies kam den Usern entgegen, die dadurch Daten auch auf normale Audiokassetten überspielen konnten.
Der 1985 lancierte, 1989 eingestellte C-64-Nachfolger Commodore 128 (C-128) hatte einen Intel-kompatiblen Zweitprozessor, mithilfe dessen die Ausführung von für das Betriebssystem CP/M geschriebener Anwendersoftware möglich war. Damit wurde das Gerät vom Spiele- zum Bürorechner. Dragoslav versorgte also anscheinend nicht nur Jugendliche mit Spielen, sondern auch Erwachsene mit professioneller Software.
Auf eine DD- oder 2D-Diskette des C-64 passen 340 Kilobyte Daten.
Novi Sad war seit der Gründung des sozialistischen Jugoslawiens 1945 die Hauptstadt der Vojvodina, einer autonomen Provinz, die der Republik Serbien angegliedert war. Mit der neuen Verfassung von 1974 wurden die Autonomierechte erweitert, die die Vojvodina faktisch auf Republiksebene hoben. Dieser Status wurde, drei Jahre nach diesem Brief, von Slobodan Milošević wieder aufgehoben.
Source profile
Digitalisat eines Briefes von Dragoslav, Novi Sad, Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien, an den Cracker Joost H. Honey- Datum
- 1986
- Material
- Schreibmaschinenbeschriebenes Papier
- Maße
- A4
- Archiv
- Privatarchiv Joost H., Alkmaar, Niederlande. Digitalisat: Projekt »Got Papers? Preserve the Scene’s Material Heritage«, https://gotpapers.scene.org/
Im Folgenden soll dieses Dokument, ergänzt mit weiteren zeitgenössischen Quellen sowie den Erinnerungen der beteiligten Protagonisten, in den Kontext der grenzüberschreitenden, »spontanen« und »von unten« kommenden Computerisierung der späten 1980er Jahre gestellt werden.3 Damit werden gängige Vorstellungen vom Einzug des Mikrocomputers in Privathaushalte als rein »westlichen« Vorgang, der nur in marktwirtschaftlich verfassten Gesellschaften verortet wird, in Frage gestellt. Die Forschung der letzten anderthalb Jahrzehnte hat viel dazu beigetragen.4 Jedoch ist es noch ein weiter Weg, bis auch im Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit verankert ist, dass Computerisierung keineswegs nur eine US-amerikanisch-westeuropäische Angelegenheit war.
Zudem richtet das hier vorzustellende Dokument die Aufmerksamkeit auf diejenigen Akteure der Computerisierung, die diese jenseits formalisierter Marktstrukturen und an unterschiedlichen Frontlinien der Systemkonkurrenz vorantrieben. Computer-Nutzerkulturen konnten zwischen den Lagern des Kalten Krieges vermitteln; zugleich jedoch zeigt dieses Beispiel die Ungleichheiten, die sich aufgrund der unterschiedlichen regionalen Rahmenbedingungen für individuelle Computernutzer ergaben, und in diesem Fall letztendlich, wie zu sehen sein wird, in einer Asymmetrie der Erinnerung mündeten.
Ein Star der Cracker-Szene
Als Joost H. im Winter 1986 den Brief, um den es in diesem Beitrag geht, aus seinem Briefkasten zog, war er bereits ein Star. Auf seine Schulfreunde und Nachbarn im friesischen Sint Pancras mochte er wie ein durchschnittlicher Teenager wirken – doch unter seinem Pseudonym Honey von der 1001 Crew war er unter Nutzern des Heimcomputers Commodore 64 (C-64) eine Berühmtheit. Er hatte Anfang 1986 ein Demonstrationsprogramm erstellt, das die eigentlich als unbespielbar geltenden seitlichen Bildschirmränder des Computermodells mit einer Grafik befüllte: ein Stunt, über den die internationale Anwenderpresse berichtete und der die Spieleindustrie aufhorchen ließ.5
Denn Honey war kein Profi-Programmierer, sondern Mitglied der sogenannten Cracker-Szene, einer in der ersten Hälfte der 1980er Jahre vor allem in Nord- und Westeuropa aufgekommenen Subkultur von autodidaktischen, fast ausschließlich männlichen und jugendlichen Computernutzern,6 die die Aushebelung von Kopierschutzmechanismen kommerzieller Computerspiele zu einem sportlichen Wettbewerb erklärt hatten.7 Diese im Verlauf der 1980er und frühen 1990er Jahre mehrere zehntausend Personen umfassende Subkultur, mit ihren eigenen ausgefeilten Ästhetiken und kommunikativen Praktiken sowie einem stark ausgeprägten Sinn für Wettbewerb, nahm gegenüber späteren kreativen Vergemeinschaftungsformen rund um den Computer, wie etwa der Demoszene,8 eine Vorreiterrolle ein. Ihre Angehörigen genossen zeitgenössisch große Prominenz unter Computernutzern, die die mit den visuellen Erkennungszeichen der Cracker versehenen Computerspiele hunderttausendfach kopierten und tauschten.
Die breiten User-Massen mit freier Software zu versorgen, war jedoch nicht das erklärte Ziel der Cracker, ihnen ging es vielmehr um den Wettbewerb untereinander. Mit kommerziell operierenden Softwarepiraten hatten sie aber auch nichts gemein und distanzierten sich explizit von ihnen, auch wenn sie diesen durch ihre Tätigkeit (zumeist unfreiwillig) die Waren bereitstellten. Sie beteiligten sich allenfalls an kommerziellen Aktivitäten, um ihr zuweilen teures Hobby zu finanzieren. Diese Praktiken waren jedoch innerhalb der Subkultur tabuisiert und blieben es auch in der Erinnerung ihrer Veteranen.9
Durch die von technischen Stunts befeuerte Prominenz der Szene bildeten sich regelrechte Starkulte um prominente Cracker. Einen bedeutenden Teil von Honeys Korrespondenz machen Zuschriften von Fans aus, die mit allen möglichen Anliegen an ihn herantraten, so etwa mit der Bitte um ein Foto oder Sticker seiner Crew.10 Als einen solchen »begging letter« klassifizierte er auch den Brief, um den es hier gehen soll.11 Doch der Brief ist keine Fan-Post und auch kein »Bettelbrief«, sondern das Schreiben eines Computernutzers auf Augenhöhe – allerdings aus einer Region, in welcher der Umgang mit Heimcomputern auf anderen Grundlagen beruhte und von anderen Ethiken und Vergemeinschaftungsformen bestimmt war.
Das Dokument steht daher für ein Aufeinanderprallen von unterschiedlichen Kulturen des Computergebrauchs am Ende des Kalten Krieges, das Verflechtungspotenziale bot, zugleich jedoch von digitalen Ungleichheiten zwischen Ost und West geprägt war.12 Diese Quelle wirft ein Schlaglicht auf eine bislang kaum erforschte Konstellation, nämlich Vergemeinschaftungen rund um Computer im sozialistischen, jedoch blockfreien Jugoslawien und die transnationale Vernetzung der dortigen aktiven Computernutzer.13
Der Brief eines »Software Salesman«
Das Anliegen des Briefes ist schnell erzählt: Ein gewisser Dragoslav aus dem jugoslawischen Novi Sad schreibt die ihm unbekannten »dear friends« an und erkundigt sich nach Konditionen für den Einkauf von »cracked programs« für den C-64 und dessen »großen Bruder«, den C-128, der im sogenannten CP/M-Modus nicht nur als Spiel-, sondern auch als Bürorechner einsatzfähig war. Der selbsterklärte »software saleman« [sic] ist also an Spielen wie auch an professioneller Software interessiert – Hauptsache »top new«, denn er habe bereits 2500 Programme diverser Art im Sortiment. Dragoslav erkundigt sich nach den Verkaufs- und Lieferbedingungen, dem zu erwartenden Umfang an gecrackter Software per Monat, den Kosten pro Diskette bzw. Kassette, der Portohöhe und dem Zahlungsweg. Zum Schluss bittet er um »some catalog of programs you have«.14
Auffallend ist der selbstbewusste Duktus des Schreibens: Dragoslav weiß genau, was er will, und er weiß, was er nicht will: »no freez[e] frame, no icepick«, zeitgenössische Computerslang-Bezeichnungen für mithilfe externer Speichermodule erstellte Software-Kopien, die den Kopierschutz nicht aushebelten, sondern einfach mitkopierten.15 In der Cracker-Szene waren diese verpönt und unter Computernutzern wegen ihrer Dateigröße unbeliebt – offenbar auch unter Usern in Novi Sad. Warum wandte sich ein selbsterklärter »Software-Händler« an ein Mitglied einer Subkultur, die nach außen hin einen Gegenpol zur Softwareindustrie darstellte und mit dem Verkauf von Software nichts zu tun haben wollte?
Um zu verstehen, wie diese Kommunikation zustande kam, müssen wir auf die gesellschaftliche Situation eingehen, in die der Absender eingebettet war. Zudem haben wir nicht nur Joost, sondern auch Dragoslav ausfindig machen können, sodass beide ihre Perspektiven auf diesen Austausch per E-Mail schildern konnten.
Dragoslav war ein junger Computer-Enthusiast aus der Vojvodina, einer autonomen Provinz Jugoslawiens, die an die Republik Serbien angegliedert war. Erst zwei Jahre vor seinem Brief an Honey habe er, so erinnert er sich, seinen ersten Mikrocomputer, einen britischen ZX Spectrum, im Ausland erworben,16 just als die Einfuhr von Computern in Jugoslawien erlaubt wurde. Bis 1984 war dies aus marktprotektionistischen Gründen untersagt gewesen, doch die Praxis der illegalen Einfuhr zwang die Behörden, die Gesetzeslage zu lockern.17 Genutzt habe Dragoslav den ZX Spectrum vor allem zum Spielen. Bereits im darauffolgenden Jahr 1985 habe er sich entschlossen, einen C-64 in München zu kaufen, da dieser seinem Interesse am Programmieren eher entsprochen habe.
Im Gegensatz zu Bürger:innen der mit Moskau affiliierten Ostblock-Staaten war es Jugoslaw:innen erlaubt, in den Westen zu reisen. Doch der Einkauf von Technik war mit hohen Auslagen verbunden: Neben dem Anschaffungspreis mussten die Reisekosten aufgebracht werden, zudem gab es auf Computer Zölle von bis zu 50 %.18 Auch fiel der Preis der Geräte im Vergleich zum Realeinkommen deutlich höher aus als im Westen. Das Land befand sich in einer großen politischen und ökonomischen Krise. Spätestens in den frühen 1980er Jahren wurde anhand des beträchtlich gesunkenen Lebensstandards augenfällig, in welch desolatem Zustand das Wirtschaftssystem tatsächlich war. Die Inflation stieg stetig, die Realeinkommen waren 1985 nur noch halb so viel wert wie fünf Jahre zuvor. Die Arbeitslosenzahlen stiegen angesichts der ökonomischen Krise rasant an; junge Menschen waren davon besonders betroffen.19
Dragoslav habe, so erinnert er sich, in dieser Zeit begonnen, sich intensiv mit Computern zu beschäftigen, regelmäßig die seit 1984 erscheinenden Computermagazine zu lesen und mithilfe eines Handbuchs die Programmiersprache BASIC zu lernen. Allerdings hätten das Potenzial des C-64 und die jugoslawische Realität nicht zusammengepasst: Für weitere, über das Programmieren hinausgehende Zwecke fehlte der Zugang zur Software. Im sozialistischen Jugoslawien war diese, im Gegensatz zum westlichen Vermarktungsgebiet des Computermodells, nicht auf üblichem Weg zu erwerben.
Die Software-Lücke wurde auf verschiedenen Wegen geschlossen. Radio Beograd 202 etwa strahlte wöchentlich eine den Computern gewidmete Sendung namens »Ventilator 202« aus. Mit genauen Anleitungen des Moderators Zoran Modli wurde ein Signal in den Äther geschickt, das von den Zuhörern aufgenommen und über einen Kassettenrecorder in den Computer eingespielt werden konnte.20 Das jugoslawische Magazin Reporter berichtete 1985 ausführlich über diese »Halbpiraterie«: Anders als der Staat helfe sie Interessierten erfolgreich dabei, »ein halbes Jahrhundert nachhinkender Entwicklung der Informatik« zu kompensieren, und ermögliche ihnen den »Sprung in die Gegenwart«.21 Auch Dragoslav nutzte diesen Kanal regelmäßig und hörte dem »typischen Rumoren« der in Schallwellen konvertierten binären Codes regelmäßig zu; so sei er in den Besitz vieler aktueller Programme gekommen.
Diese Methode des Datentransfers war allerdings nicht optimal: Störungen beim Empfang und bei der Aufnahme sorgten für fehlerhafte Softwarekopien, und für die Übertragung umfangreicher Programme reichte die Sendezeit nicht.22 Naheliegender und komfortabler war daher der Tausch und Erwerb von unlizenzierten Softwarekopien auf physischen Datenträgern. Hierin unterschieden sich die Praktiken der Heimcomputer-Nutzer:innen in Ost und West kaum: Die meisten Programme wurden privat kopiert, Computer-Enthusiasten wie auch findige Geschäftsleute boten kopierte Software über Kleinanzeigen in Computerzeitschriften oder sogar in der Massenpresse an; insgesamt wurde nur ein verschwindend geringer Teil der privat genutzten Software tatsächlich im Softwarehandel gekauft, wie westeuropäische Industrievertreter immer wieder beklagten.23
Die Rahmenbedingungen unterschieden sich allerdings markant und schufen digitale Ungleichheiten zwischen den nordamerikanischen und westeuropäischen Zentren und den globalen Peripherien der Heimcomputerisierung, zu denen auch Südosteuropa gehörte. Wenngleich das Software-Urheberrecht in der EG erst 1991 vereinheitlicht wurde und bis dahin das Kopieren von proprietärer Software in vielen Staaten nicht illegal war, gab es in Westeuropa jedoch eine aktive Industrielobby, die auf eine Kriminalisierung und verstärkte Verfolgung solcher Praktiken hinwirkte. So wurden sowohl der informelle Softwaretausch als auch die kommerzielle Piraterie an den Rand gedrängt.
In anderen Regionen hingegen, wo es entweder keine formalisierte Software-Industrie gab oder die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ohnehin nicht kapitalistisch waren, gab es diesen Konflikt nicht und daher auch keine Grundlage für eine Subkultur wie die westeuropäische Cracker-Szene, die sich als Gegenkraft zur Industrie verstand. Das führte dazu, dass die Grenzen zwischen Amateur-Softwaretausch und ansatzweise professionalisiertem Handeln mit schwarzkopierten Programmen fließender waren als im Westen.24 Zudem spielten sich diese Aktivitäten viel offener ab: Während etwa Kleinanzeigen in Westeuropa oftmals Chiffren und Codes benutzten, um die Redaktionskontrolle zu passieren, annoncierten die Protagonisten von Polen bis Peru, von Israel bis Jugoslawien ihre Angebote völlig offen, inklusive Adressen und Telefonnummern.25
In der Regel führte der Diskettenhandel dabei weder in Ost noch West zu Reichtum, sondern diente im Großteil der Fälle dazu, die Unkosten des teuren Hobbys zu decken. Doch gerade in Osteuropa, unter den Bedingungen des sich auflösenden Staatssozialismus und mangels Strafverfolgung, konnte sich diese Art des Kleinstunternehmertums in einzelnen Fällen bemerkenswert professionalisieren und den Beteiligten nicht nur ein wirtschaftliches Überleben, sondern auch größere Einkünfte ermöglichen.26
Auch in Jugoslawien florierten diese Tausch- und Verkaufsnetzwerke. Zum einen lag dies daran, dass es dort bis 1990 kein Software-Urheberrecht gab und auch die Gesetzesreform keine nennenswerte Änderung im User-Verhalten mit sich brachte.27 Zum anderen aber stand in Jugoslawien schon viel früher als in anderen sozialistischen Ländern unternehmerische Privatinitiative keineswegs im Widerspruch zur Staatsideologie. Nach dem Bruch mit Stalin 1948 sah sich Tito gezwungen, einen »dritten Weg« einzuschlagen, der neben ideologischen auch wirtschaftliche Besonderheiten aufwies und zum Sozialismus »jugoslawischer Art« führte. Dieses Mischsystem von gesellschaftlichem Eigentum auf der einen und Privatinitiative auf der anderen Seite ebnete den Weg für die spätere Praxis. In der Schuldenkrise und angesichts der hohen Inflation in den 1980er Jahren gründeten zahlreiche Menschen Kleinunternehmen, um ihr Einkommen zu sichern, wobei auch der Graumarkt boomte.28 Nur in diesem Kontext ist zu verstehen, weshalb die im Folgenden geschilderten Aktivitäten von Dragoslav möglich und legal waren.
Der »SunSoftware Club«
Dragoslav gründete, so erinnert er sich heute, in seiner Heimatstadt den SunSoftware Club, um Software zu tauschen, aber auch um gemeinsam zu spielen und erlerntes Wissen zu teilen. Doch im Club seien sie auch noch einer anderen Tätigkeit nachgegangen: dem Verkauf von schwarzkopierter Software über Kleinanzeigen. Solche Computerclubs waren für Ost- wie für Westeuropa nicht ungewöhnlich. Sie konnten formelle Organisationen mit zehntausenden Mitgliedern sein, aber auch lose Zusammenschlüsse von Freunden. Mitunter dienten sie dabei auch dem Verkauf von Schwarzkopien.29 Auf die niederländische Cracker-Gruppe seien sie, so Dragoslav, über ein sogenanntes Intro, also einen Cracker-Vorspann in einem kopierten Spiel,30 aufmerksam geworden. Darin war die Adresse der Gruppe eingeblendet. An diesem Punkt divergieren die Erinnerungen der beiden Protagonisten.
Laut Dragoslav habe der Brief und die darauffolgende Zusammenarbeit innerhalb kurzer Zeit zu einer schlagartigen Popularität des SunSoftware Clubs geführt. Immer wieder hätten sie den Niederländern Geld geschickt und dafür Disketten mit Software bekommen. Die Lieferungen von der 1001 Crew hätten dem kleinen Club aus Novi Sad zum Besitz brandneuer Programme und Spiele verholfen, die dann in ganz Jugoslawien vertrieben wurden. Nicht selten sei es vorgekommen, dass sie dabei Software bekamen, die noch nicht einmal in Westeuropa erhältlich gewesen sei. Der Handel mit den kopierten Programmen sei so erfolgreich gewesen, dass man bald schon auf Werbeanzeigen habe verzichten können.31
Zwar schien dies »ein hervorragendes Businessmodell« gewesen zu sein, aber – schrieb Dragoslav in der Retrospektive – wirklich lukrativ sei es nicht gewesen. Neben den beträchtlichen Kosten für den Diskettenversand nennt er einen weiteren Aspekt der digitalen Ungleichheit zwischen Ost und West: Die Trägermedien seien kaum erhältlich gewesen. Über 100 Leerdisketten hätte der Club wöchentlich aus dem Ausland beschaffen müssen, um sie mit den Kopien an die Kundschaft zu versenden. Immerhin scheint der Handel genug eingebracht zu haben, um diese Ausgaben und die monatlichen »Abonnement«-Kosten zu decken. Gemäß Dragoslav handelte es sich monatlich um 200 Deutsche Mark (DM), die er »eigenhändig zur Post brachte« und für die er rund 20 bespielte Disketten erhielt.32
Ungleiche Erinnerungen
Während der Kontakt zur 1001 Crew für Dragoslav einen zentralen Fixpunkt seiner Lebensgeschichte mit Computern ausmacht, könnten die Erinnerungen von Honey unterschiedlicher nicht sein. An einen regelmäßigen Austausch kann er sich auf Nachfrage nicht erinnern. Wenn Dragoslav ihm Geld gesendet habe, so habe er dies bestimmt »on his own initiative« getan, auch wenn Honey dies generell anzweifelt: »I think I would remember it, since it would have meant I had to go to the bank to exchange it.«33 Was für Dragoslav ein zentraler Bestandteil seiner Computer-Erinnerungen ist, ist für Honey eine Leerstelle.
Wie umgehen mit solchen Widersprüchen? Solche Erinnerungsnarrative können für sich stehend ohnehin nicht den Realitätsgehalt eines Ereignisses verbürgen. Sie spiegeln vielmehr den Stellenwert wider, den die Protagonisten diesem Austausch innerhalb ihrer eigenen Identitätskonstruktion zuschreiben.34 Zum einen war Honey eine prominente Figur in der Cracker-Szene – der Kontakt mit einem unbekannten Akteur aus der Peripherie spielte für ihn sicherlich nicht dieselbe Rolle wie die Korrespondenz mit »gleichrangigen« Crackern. Zum anderen verstand er sich schon damals, und in seinem weiteren Lebenslauf als IT- und New-Media-Spezialist umso mehr, als kreativer Schöpfer, der sich über technische Errungenschaften definierte und nicht über den Softwaretausch;35 und drittens waren in der Cracker-Szene alle mit Geld verbundenen Aktivitäten mit einem Tabu belegt, das in den Köpfen der Veteranen bis heute fortwirkt.36
Die Bedeutung dieses Austausches für Dragoslav dagegen lag im Zugang zu neuer Software aus den Händen einer Cracker-Legende im Westen. Dass zudem die ökonomischen Aspekte einen zentralen Platz in Dragoslavs Erinnerungen haben, könnte sich daraus erklären, dass seine Computer-Sozialisierung in einem Umfeld geschah, in dem »Do It Yourself« und »Kommerz« einander nicht diametral entgegenstanden, sondern widerspruchsfrei kombiniert werden konnten.
Was Honey und Dragoslav wiederum eint, ist, dass sie dem monetären Aspekt in der Retrospektive nur geringe Bedeutung zumessen. Honey betont in seiner Auskunft aus dem Jahr 2025: »In any case, it was not the usual practice, and it was never about the money for me. It was about the attention and the art of cracking and making demos.«37 Aber auch der »software saleman« Dragoslav, der den monetären Praktiken viel mehr Platz einräumt als Honey, hält fest, mit seinen Heimcomputer-Aktivitäten habe er vor allem verbundener mit den »Trends in der Welt« und vor allem den Diskussionen in der Computerpresse sein wollen. Und so stehen die Erinnerungsnarrative beider Protagonisten für eine aktive Mitgestaltung einer neuen Medien-Ära Mitte der 1980er Jahre – und spiegeln zugleich die digitalen Ungleichheiten zwischen Ost und West, die sich in die Erinnerung hinein fortsetzen.
Fazit
Der Brief Dragoslavs an Honey erlaubt einen Blick auf die verflochtene Computerisierung »von unten« kurz vor dem Ende des Kalten Krieges – eine Verflechtung, die in den populären Narrativen des Siegeszugs des Mikrocomputers weitgehend abwesend ist. Computerisierung war nicht bloß Sache der Industrie und der staatlichen Institutionen, sondern zu großen Teilen auch jugendlicher Computerenthusiasten, die ungeachtet aller Grenzen und Hindernisse ihre Maschinen mit neuer Software fütterten und Informationen austauschten. Zugleich ist dieser Brief jedoch ein Zeugnis der digitalen Ungleichheiten, die diese Transferbeziehungen prägten. In marktwirtschaftlich verfassten Gesellschaften konnten es sich Jugendliche wie Honey leisten, schwarzkopierte Software um des Spaßes und des Wettbewerbs willen zu tauschen und zu modifizieren und sich im Rahmen einer Subkultur monetären Tabus zu unterwerfen.
Im untergehenden Staatssozialismus hingegen und angesichts der allgemeinen Wirtschaftskrise konnte es den Protagonisten gar nicht erst als verwerflich erscheinen, mithilfe ihrer Maschinen und Kontakte zusätzliches Einkommen zu generieren. Entsprechend übertragen sich diese Ungleichheiten in die Erinnerungsnarrative der Beteiligten und überdauern dort bis heute. Wie genau der ökonomische Charakter der Austauschbeziehungen zwischen dem niederländischen und dem jugoslawischen Computerfan beschaffen war, werden wir nie erfahren. Der Brief und die Erinnerungen legen jedoch sowohl den grenzüberschreitenden Charakter solcher Austauschbeziehungen als auch seine Grenzen und Asymmetrien offen.
Footnotes
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1
Für das Projekt »Got Papers? Preserve the Scene’s Material Heritage« siehe https://gotpapers.scene.org/. Die Digitalisate von Joosts Korrespondenz sind unter https://files.scene.org/browse/resources/gotpapers/swapletters/honey/ verfügbar.
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2
Vgl. Gabriele Balbi, Old and New Media. Theorizing their Relationships in Media Historiography, in: Susanne Kinnebrock u.a. (Hg.), Theorien des Medienwandels, Köln 2015, S. 231-249; Lisa Gitelman, Always Already New. Media, History and the Data of Culture, Cambridge, MA 2006.
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3
Vgl. zur »spontaneous computerization«: Maria B. Garda, Microcomputing Revolution in the Polish People’s Republic in the 1980s, in: dies. u.a., New Media Behind the Iron Curtain. Cultural History of Video, Microcomputers and Satellite Television in Communist Poland, Łódź 2020, S. 133.
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4
Siehe u.a. Jaroslav Švelch, Gaming the Iron Curtain. How Teenagers and Amateurs in Communist Czechoslovakia Claimed the Medium of Computer Games, Cambridge, MA 2018; Patryk Wasiak, Playing and Copying. Social Practices of Home Computer Users in Poland During the 1980s, in: Gerard Alberts/Ruth Oldenziel (Hg.), Hacking Europe. From Computer Cultures to Demoscenes, London 2014, S. 129-150; Garda, Microcomputing Revolution.
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5
Jesper Juul, Too Much Fun. The Five Lives of the Commodore 64 Computer, Cambridge MA 2024, S. 121-124.
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6
Die Cracker-Subkultur war, noch viel stärker als etwa die Hackerszene, eine absolut männerdominierte Gemeinschaft, mit einem Frauenanteil im Promillebereich. Auch der Teil der jugoslawischen User-Community, um den es im Folgenden gehen wird, war zumindest den Erinnerungen des Zeitzeugen nach ausschließlich männlich zusammengesetzt. Daher werden wir im Folgenden die männliche Form verwenden – nicht etwa, um die (äußerst geringe) Beteiligung von Frauen unsichtbar zu machen, sondern, im Gegenteil, um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, es habe eine auch nur annähernd sichtbare nicht-männliche Präsenz in diesen Gemeinschaften bestanden, und damit diese eklatante Disbalance der Geschlechter zu übertünchen. Zur Geschlechterfrage in der Hacker-Szene vgl. Julia Gül Erdogan, »Computer Wizards« und Haecksen. Geschlechtsspezifische Rollenzuschreibungen in der privaten und subkulturellen Computernutzung in den USA und der Bundesrepublik, in: Technikgeschichte 87 (2020), H. 2, S. 101-132.
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7
Patryk Wasiak, »Illegal Guys«. A History of Digital Subcultures in Europe during the 1980s, in: Zeithistorische Forschungen 9 (2012), H. 2, S. 257-276, online https://zeithistorische-forschungen.de/16126041-Wasiak-2-2012; Gleb J. Albert, Computerkids als mimetische Unternehmer. Die »Cracker-Szene« zwischen Subkultur und Ökonomie (1985-1995), in: WerkstattGeschichte Nr. 74/2017, S. 49-66, online https://werkstattgeschichte.de/wp-content/uploads/2017/10/WG_74_049-066_ALBERT_COMPUTERKIDS.pdf; Markku Reunanen, How those Crackers Became us Demosceners, in: WiderScreen (2014), H. 1-2, http://widerscreen.fi/numerot/2014-1-2/crackers-became-us-demosceners/.
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8
Zur Demoszene siehe u.a.: Doreen Hartmann, Digital Art Natives. Praktiken, Artefakte und Strukturen der Computer-Demoszene, Berlin 2017.
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9
Albert, Computerkids als mimetische Unternehmer; Jukka Vuorinen, Ethical Codes in the Digital World: Comparisons of the Proprietary, the Open/Free and the Cracker System, in: Ethics and Information Technology 9 (2007), H. 1, S. 27-38.
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10
Siehe z.B. Lauri (Finnland), Brief an Honey, 14.11.1987, https://files.scene.org/view/resources/gotpapers/swapletters/honey/lauri_to_honey_19871114.zip; Peter (Neuseeland), Brief an Honey, 23.1.1988, https://files.scene.org/view/resources/gotpapers/swapletters/honey/peter_%28nz%29_to_honey_19880123.zip.
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11
Joost H., E-Mail an Gleb J. Albert, 12.01.2016.
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12
Siehe zuletzt Julia Gül Erdogan, Avantgarde der Computernutzung. Hackerkulturen der Bundesrepublik und der DDR, Göttingen 2021.
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13
Die Mikrocomputerisierung Jugoslawiens ist, gerade auch im Gegensatz zu den Ländern des Ostblocks, nur spärlich erforscht, der Schwerpunkt lag bisher entweder auf den Nutzerkulturen rund um das einheimische Heimcomputer-Modell »Galaksija« oder auf einer klassischen und zudem nachträglich nationalisierten Technikgeschichte der Computerproduktion. Siehe z.B. Bruno Jakic, Galaxy and the New Wave. Yugoslav Computer Culture in the 1980s, in: Alberts/Oldenziel (Hg.), Hacking Europe, S. 107-128; Jelica Protić/Dejan Ristanović, Building Computers in Serbia. The First Half of the Digital Century, in: Computer Science and Information Systems 8 (2011), H. 3, S. 549-571, online https://scispace.com/pdf/building-computers-in-serbia-the-first-half-of-the-digital-xapyi17sms.pdf. Ljiljana Gavrilović hat vor kurzem einen Beitrag zu Computerspielkulturen in Jugoslawien publiziert; sie interessiert sich jedoch primär für die lokalen und weniger für die transnationalen Aspekte: Ljiljana Gavrilović, Lokalna istorija digitalnih igara. Prvi koraci u srećni, novi, digitalni svet, in: Kultura (2022), Nr. 176, S. 11-22, online https://scindeks.ceon.rs/article.aspx?artid=0023-51642276011G.
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14
Dragoslav V., Brief an »dear friends«, 15. Dezember 1986, https://files.scene.org/view/resources/gotpapers/swapletters/honey/dragoslav_v._to_honey_19861215.jpg.
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15
Siehe Martin Hecht, Das große Commodore 64 Buch, Düsseldorf 1990, S. 252, online https://archive.org/details/Das_GroBe_Commodore_64_Buch_1989_Data_Becker_De/page/253/mode/2up?ref=ol.
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16
Dragoslav V., E-Mail an Milka Lehner, 14.09.2025. Bei den folgenden biografischen Details zu Dragoslav sowie seiner Perspektive beziehen wir uns auf diesen Beleg, ohne ihn gesondert auszuweisen.
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17
»Uvoz a ne šverc« [Einfuhr und kein Schmuggel], Svet Kompjutera, November 1984; »Odluka protiv šverca« [Entscheid gegen den Schmuggel], Svet Kompjutera, Dezember 1984.
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18
»Odluka protiv šverca« [Entscheid gegen den Schmuggel], Svet Kompjutera, Dezember 1984; Dragoslav V., E-Mail an Milka Lehner, 14.09.2025. Zur Geschichte des jugoslawischen (Einkaufs-)Tourismus und den Anfängen von Jugoslawiens »offenen Türen«: Hannes Grandits/Karin Taylor (Hg.), Yugoslavia’s Sunny Side. A History of Tourism in Socialism (1950s-1980s), Budapest 2010; Igor Tchoukarine, Yugoslavia’s Open-Door Policy and Global Tourism in the 1950s and 1960s, in: East European Politics and Societies 29 (2014), H. 1, S. 168-188.
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19
Vgl. Marie-Janine Calic, Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert, München 2014, S. 265f.
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20
Webseite Zoran Modli: https://www.modli.rs/radio/ventilator/ventilator.html. Es gab vergleichbare Projekte auch in anderen Ländern Ost- und Westeuropas, vgl. u.a.: Jörgen Skågeby, The Media Archaeology of File Sharing. Broadcasting Computer Code to Swedish Homes, in: Popular Communication 13 (2015), H. 1, S. 62-73.
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21
Dragan Kremer, »Nove želje slušalaca radija«, in: Reporter, 22.01.1985.
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22
Vgl. Skågeby, The Media Archaeology, S. 64.
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23
Vgl. Gleb J. Albert, New Scenes, New Markets. The Global Expansion of the Cracking Scene, Late 1980s to Early 1990s, in: WiderScreen (2020), H. 2-3, http://widerscreen.fi/numerot/2020-2-3/new-scenes-new-markets-the-global-expansion-of-the-cracking-scene-late-1980s-to-early-1990s/; Juul, Too Much Fun, S. 110-113.
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24
Siehe Gleb J. Albert/Julia Gül Erdogan, Zwischen Staat und Markt. Computer-Subkulturen in Ost und West, in: Deutschland Archiv, 17.03.2022, https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/506278/zwischen-staat-und-markt/.
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25
Albert, New Scenes.
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26
Ebd.
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27
Sandra Erdelez, Review and Analysis of the Software Copyright Protection in Yugoslavia, in: Yugoslav Law (1991), H. 1, S. 23-40.
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28
Vgl. Gorana Kristić/Friedrich Schneider (Hg.), Formalizing the Shadow Economy in Serbia. Policy Measures and Growth Effects, Cham 2015, S. 7-12, online https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/28087. Siehe grundsätzlich Susan L. Woodward, Socialist Unemployment. The Political Economy of Yugoslavia 1945-1990, New Jersey 1995, zu den 1980er Jahren insb. S. 345-370.
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29
Frank C. Veraart, Transnational (Dis)Connection in Localizing Personal Computing in the Netherlands, 1975-1990, in: Albers/Oldenziel (Hg.), Hacking Europe, S. 25-48; Alessandro Grussu, Spectrumpedia, Roma 2012, S. 656, online https://www.alessandrogrussu.it/zx/Spectrumpedia-2da-edizione-web-1.pdf.
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30
Zu Intros siehe Markku Reunanen/Patryk Wasiak/Daniel Botz, Crack Intros. Piracy, Creativity and Communication, in: International Journal of Communication 9 (2015), S. 798-817, online https://ijoc.org/index.php/ijoc/article/view/3731/1345.
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31
Eine Kleinanzeige des SunSoftware Clubs findet sich u.a. in Moj Mikro Nr. 11/1985, S. 49. Ab Ende 1986 lassen sich in den jugoslawischen Computerzeitschriften keine Anzeigen des Clubs mehr auffinden, was die Aussage Dragoslavs stützt.
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32
Im Zuge der Inflation etablierte sich die DM als Leitwährung, da sie als stabilste galt. 1989 konnte für 200 DM eine Kuh erworben werden: o.V., Auf die Hand. Die rasende Inflation lässt die Mark zur Leitwährung werden, in: Der Spiegel 25/1989, online https://www.spiegel.de/politik/auf-die-hand-a-8c82a18a-0002-0001-0000-000013494836.
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33
Joost H., E-Mail an Gleb J. Albert, 19.09.2025.
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34
Vgl. Lynn Abrams, Oral History Theory, London 2010, S. 46-50.
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35
Vgl. das Interview mit Joost H. aus den 2000er Jahren: https://www.c64.com/interviews/honig.html.
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36
Vgl. Albert, Computerkids als mimetische Unternehmer.
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37
Joost H., E-Mail an Gleb J. Albert, 19.09.2025.