»Digital in Gottes Reich?«
Wie PCs ab Mitte der 1980er Jahre Einzug in westdeutsche evangelische Kirchengemeinden hielten
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Fernsehbeitrag: »Kirche und Computer. Digital in Gottes Reich?«Eine Sendung des Evangelischen Fernsehens München
- Datum
- 1988
- Filminformationen
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29 Minuten, Farbe, VHS-Videokassette
Kamera: Waldemar Hauschild; Ton: Joachim Puls; Schnitt: Michael Brandt; Produktionsleitung: Constanze Keutler-Hagl; Buch und Regie: Werner Küstenmacher - Rechte
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VHS-Videokassette im Privatbesitz der Familie von Detlef Amadeus Rose († 2025), Eckental, OT Brand
Copyright: Redaktion Evangelisches Fernsehen mit freundlicher Genehmigung
»Seelenloses Computerpfarramt« oder besser ausgestattet für die »Gemeindearbeit«?
Ganz unterschiedlich sind die Schreckens- und Hoffnungsvisionen zur Nutzung von Computern in Kirchengemeinden, die in der Dokumentation des Evangelischen Fernsehens München »Kirche und Computer. Digital in Gottes Reich?« aus dem Jahr 1988 aufeinanderprallen. Die einen fürchteten, dass die evangelische Kirche durch die zunehmende Verbreitung von Personal Computern (PCs) einen immer stärkeren technokratischen Charakter erhalten und in den Kirchengemeinden ein »seelenloses Computerpfarramt«1 entstehen könnte. Für andere wie Kirchenverwaltungsdirektor Herbert Spörl bot im Gegensatz die flächendeckende Ausstattung von Kirchengemeinden mit PCs die Chance, dass diese damit »besser ausgestattet für eine Gemeindearbeit« seien, um »auf den Menschen zuzugehen«.2 Ein PC für jedes Pfarramt war für ihn eine positive Zukunftsvision, die der Dystopie des Schriftstellers George Orwell entgegengesetzt war. Dieser hatte in seinem Roman 1984 aus dem Jahr 1949 das Schreckensszenario einer totalen Überwachung durch computerähnliche Technik gezeichnet. Insbesondere in der ersten Hälfte der 1980er Jahre wurde die öffentliche Debatte um Computertechnik maßgeblich durch die negative Zukunftsvision Orwells geprägt.
Als ab Mitte der 1980er Jahre die für Privathaushalte entwickelten Heimcomputer und die für berufliche Anwendungsbereiche konzipierten Personal Computer zunehmend Einzug in westdeutsche evangelische Kirchengemeinden hielten, wurde auch dort angeregt über Nutzungsszenarien, Nutzergruppen, die Veränderung innerkirchlicher Arbeitsabläufe und Hierarchien sowie die Kompatibilität von PCs mit spezifischen pastoralen und ekklesiologischen Leitbildern diskutiert. Zeitgenossinnen und Zeitgenossen debattierten, ob und wie sich der PC mit der Kirche »synchronisieren« ließ,3 um es mit den Worten des Zürcher Technikhistorikers David Gugerli auszudrücken. Vielfach wurden Diskurse um den Computer in der Kirche zu Stellvertreterdebatten, in denen innerkirchliche Machtverhältnisse, Verständnisse kirchlicher Berufe und kirchliche Selbstverständnisse verhandelt wurden.
Im Folgenden soll ein Blick auf die Urheber, Entstehungskontexte und Gestaltung der Fernsehdokumentation geworfen werden, bevor im Anschluss vier ausgewählte Stränge innerkirchlicher Debatten rund um die Einführung von PCs untersucht werden, die in der Fernsehdokumentation thematisiert werden: erstens die Veränderung innerkirchlicher Hierarchien, zweitens Nutzungsszenarien des PCs im Spannungsfeld zwischen administrativem und pastoralem Arbeitsfeld, drittens die Frage nach der Arbeitszeitersparnis durch den PC und damit verbundenen pastoralen Selbstverständnissen und viertens die mit dem Einsatz des PCs verbundenen Hoffnungen im Kontext der Säkularisierungsprozesse der 1980er und 1990er Jahre. Einerseits soll am Beispiel dieser vier Diskursstränge diskutiert werden, wie hier der Computer mit der Kirche diskursiv »synchronisiert« wurde, und andererseits punktuell herausgearbeitet werden, wie Formen von Gleichheit und Ungleichheit durch die zunehmende Verbreitung von PCs in der Kirche hergestellt, reproduziert oder beseitigt wurden.
Werner Küstenmachers Fernsehdokumentation »Digital in Gottes Reich?«
Eine prominente Stimme in innerkirchlichen Digitalisierungsdebatten der 1980er Jahre war die Werner Küstenmachers. Der 1953 in München geborene Pfarrer hatte in München, Tübingen und Neuendettelsau evangelische Theologie studiert und nach seinem Vikariat in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Freising bei München als Pfarrer zur Anstellung 1980/81 journalistische Zusatzausbildungen im Rahmen eines sogenannten Medienjahres bei kirchlichen Zeitungen, Nachrichtendiensten sowie Film- und Rundfunkanstalten absolviert. Im Jahr 1981 wurde er mit dem Aufbau der Abteilung Neue Medien im Medienunternehmen Evangelischer Presseverband für Bayern e.V. (EPV) betraut, die er bis 1990 leitete.
Im Zuge der Einführung des privaten Fernsehens gründete er 1983 im EPV das kleine TV-Produktionsunternehmen Evangelisches Fernsehen. Dieses produzierte ab 1984 im Kabelpilotprojekt in München für die private Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk (PKS; ab 1985 SAT.1) und vertrieb seine Sendungen außerdem auf VHS-Videokassetten zur Ausleihe an Videotheken und Evangelische Medienzentralen. In diesem Rahmen produzierte Küstenmacher 1988 auch die TV-Dokumentation »Kirche und Computer. Digital in Gottes Reich?«. Bereits 1984 hatte er die im Film erwähnte Christliche Interessengemeinschaft für Computeranwendung, kurz: CHRIC,4 gegründet. Im Jahr 1989 veröffentlichte Küstenmacher mit »MS-DOS mühelos«5 den ersten seiner zahlreichen Cartoon-Computerratgeber, der eine Gesamtauflage von 100.000 Exemplaren erreichen sollte. Seit 1991 spricht er unter dem Künstlernamen Werner »Tiki« Küstenmacher als freiberuflicher Karikaturist, Redner und Buchautor ein Millionenpublikum an, auch über den kirchlichen Rezipientenkreis im engeren Sinne hinaus.6
In der nachfolgend zu untersuchenden Fernsehdokumentation hatte Küstenmacher eine Doppelrolle inne: Auf der einen Seite erweckte er als Sprecher und Interviewer von Praktikern im Umgang mit dem PC aus unterschiedlichen kirchlichen Bereichen den Eindruck journalistischer Objektivität, da es ihm lediglich darum ging, kirchliche Computerdebatten abzubilden. Der nüchtern-ruhige Eindruck wird verstärkt durch die verhältnismäßig langen Einstellungen von teilweise mehr als zehn Sekunden, die zurückhaltende Nutzung von Hintergrundmusik ausschließlich im Intro und Outro und den großen Sprechanteil der interviewten Personen, was die Glaubwürdigkeit der thematisierten Inhalte steigern sollte.
Diese hohe Glaubwürdigkeit diente dann wiederum Küstenmachers zweiter Rolle in der Fernsehdokumentation: Als Gründer der CHRIC war er selbst einer der Vorreiter der Einführung von PCs im kirchlichen Raum. Seine Interviewfragen hoben auffällig häufig auf innerkirchliche Widerstände gegenüber dem PC ab: Den Münchener Pfarrer Weidemann fragte Küstenmacher nach »Ängste[n] bei manchen Gemeindegliedern«7 in Bezug auf den PC, den Prior des Ingolstädter Franziskanerklosters nach »geistliche[n] Bedenken für oder gegen Computer«8. Das besondere Augenmerk auf den Gegenwind, der kirchlichen Digitalisierungspionieren entgegenwehte, sollte deren Handeln umso deutlicher hervorstechen lassen und in dem vermeintlich besonders technik- und damit computerkritischen Umfeld Kirche hervorheben.9
Ortsgemeinde und Kirchenverwaltung – die Neuverhandlung innerkirchlicher Hierarchien durch die Einführung von PCs
Kirchliche Digitalisierung war in den 1980er Jahren in der Bundesrepublik keine Tabula rasa. Bereits am 10. Dezember 1968 hatten die Verantwortlichen der Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Frankfurt am Main auf Initiative des Präsidenten der EKD-Kirchenkanzlei Walter Hammer die Kirchliche Gemeinschaftsstelle für elektronische Datenverarbeitung e.V., kurz: KiGSt, gegründet. Sie hatte die Aufgabe, die Kirchenverwaltungen zu digitalisieren, indem sie Verwaltungsprogramme in den folgenden Funktionsbereichen erstellte:10
Im Personalwesen sollten die Besoldung und die Pensionen von Pfarrern sowie Kirchenbeamten, die Gehälter von Angestellten und die Löhne von Arbeitern digital berechnet und ausgezahlt werden.
Im Finanzwesen sollte eine digitalisierte Buchhaltung auf der Grundlage einer EKD-weiten einheitlichen Haushaltssystematik eingeführt werden, um auf diese Weise eine umfassende Finanzplanung zu ermöglichen.
Im Meldewesen sollten die in den Kirchengemeinden geführten Zettelkästen mit den persönlichen Daten der Gemeindeglieder durch EDV-Datenbanken ersetzt werden.
Im Bereich Diakonie/Caritas sollten Verwaltungsaufgaben für Krankenhäuser, Heime und ähnliche Einrichtungen der Diakonie digitalisiert werden, etwa durch die Erfassung von Patientendaten und am Patienten erbrachten Leistungen.
Die evangelischen Landeskirchen fürchteten einen zu großen Machtzuwachs der EKD und drangen darauf, dass die »Produktion«, wie die Anwendung der Programme in der Sprache der Industriemoderne genannt wurde, in landeskirchlichen Rechenzentren erfolgen sollte.11 Im Laufe der 1970er Jahre entstand so ein Netz aus neun zentralen landeskirchlichen Rechenzentren mit eigenen IBM-Großrechnern, die von einzelnen Gliedkirchen der EKD betrieben wurden. Insgesamt spiegeln die kirchlichen Digitalisierungsbestrebungen an der Wende von den 1960er zu den 1970er Jahren die durch die EDV ausgelöste Planungseuphorie wider.12 Finanziell ermöglicht wurden sie durch die infolge des »Wirtschaftswunders« sprudelnden Kirchensteuereinnahmen.13
Als ab Mitte der 1980er Jahre einige computeraffine Geistliche zumeist aus privaten Mitteln Personal- und Heimcomputer für ihre Kirchengemeinden anschafften, reagierten die landeskirchlichen Rechenzentren und die zentralen landeskirchlichen Verwaltungen (meist Landeskirchenämter genannt), denen die Rechenzentren häufig als nichtselbstständige Einrichtungen direkt unterstellt waren, zunächst skeptisch. Sie befürchteten einen neuen »Wildwuchs« an Hard- und Software in den Gemeinden, wie es in der TV-Dokumentation Kirchenverwaltungsdirektor Herbert Spörl vom Landeskirchenamt der bayerischen Landeskirche in München deutlich macht: Ihm wüchsen »graue Haare«,14 wenn er sehe, wie bei »Anwendungen, die […] in allen Pfarrämtern gleich vor[kommen]«,15 wie dem kirchlichen Meldewesen, Pfarrer sowie Gemeindemitarbeitende anfingen, mit selbstgestrickten Programmen Gemeindeglieder-Datensätze eigenständig zu digitalisieren, obwohl die Datensätze bereits zentral im landeskirchlichen Rechenzentrum vorlägen.16
Die erste westdeutsche evangelische Landeskirche, die auf Anregung einiger Pfarrer – darunter der im Film interviewte Markus Weidemann, geschäftsführender Pfarrer an der Münchener Nazarethkirche – 1986 ein Pilotprogramm zur Erprobung des Einsatzes von PCs in Pfarrämtern ins Leben rief, war die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern. Das Landeskirchliche Rechenzentrum in München erstellte hierfür das im Vergleich zu kommerziellen Lösungen recht umständlich zu bedienende Programmpaket MeGaTeK, das als Akronym für »Meldewesen Gabenkasse Textverarbeitung Kirche« stand.
In der TV-Dokumentation führt Weidemann sichtlich begeistert das Meldewesen-Programm von MeGaTeK vor, mit dem es erstmals möglich wurde, per Diskette zugelieferte Gemeindeglieder-Datensätze vor Ort am eigenen Rechner digital zu verwalten und zu bearbeiten, anstatt wie zuvor vom Rechenzentrum nur Listen mit den Daten auf EDV-Endlospapier zu erhalten. Dass das Landeskirchliche Rechenzentrum in München den Zugang zu digitalen Gemeindeglieder-Daten und dem Programmpaket zunächst recht restriktiv handhabte und im Jahr 1988 auf ca. 20 Versuchspfarrämter beschränkte, beklagte Küstenmacher im Audiokommentar der TV-Dokumentation mit den Worten: »[N]och kann man die elektronischen Karteikarten und das idiotensichere Kassensystem zwar anschauen, aber nicht bekommen.«17
Gerade Werner Küstenmacher war einer derjenigen, die sich von PCs in den Kirchengemeinden eine Emanzipation von der landeskirchlichen »Groß-EDV« erhofften, wie er andernorts deutlich machte: »Das Herz der Kirche schlägt in den Gemeinden, also an der Peripherie, nicht in der Zentrale. Daher haben die kleinen PCs wohl auch so einen durchschlagenden Erfolg in der evangelischen Kirche. Sie sind geboren aus einem Protest gegen die einst allmächtige Zentral-EDV. Dadurch beschwören sie zugleich neue Konflikte zwischen Peripherie und Zentrale herauf: Die kirchlichen Rechenzentren sind aus technischen Gründen letzte Refugien eines kirchenamtlichen Zentralismus, der in den meisten Kirchengesetzen längst nicht mehr vorhanden ist. Daher wird es spannend, wo in der Zukunft nach dem Ende der Pilotphase die Prioritäten in Sachen PC im Pfarramt gesetzt werden: Mehr Power für die Basis oder straffe Richtlinien der EDV-Zentralisten?«18
Die Differenz zwischen Großrechner und PC konnte Küstenmacher unter Verweis auf den Zürcher Tauch- und Computerpionier Hannes Keller und Martin Luthers Schrift »Von der Freiheit eines Christenmenschen« gar mit Konfessionsgegensätzen zwischen evangelischer und römisch-katholischer Kirche parallelisieren: »Die katholische Kirche entspricht der Groß-EDV, pyramidenförmig und hierarchisch aufgebaut, klar und effektiv, konzipiert auf lange Haltbarkeit. Personal Computer dagegen stellen so etwas dar wie die Reformation: Unabhängigkeit vom EDV-Papalismus, die Freiheit des Computermenschen, der niemandem untertan ist (und zugleich doch Knecht seines PCs).«19
Aber auch in den lutherischen Landeskirchen wie der bayerischen, die im Gegensatz zu den reformierten stärker hierarchisch organisiert waren, weckten PCs Hoffnungen auf eine Dezentralisierung kirchlicher Verwaltungsstrukturen hin zu einer größeren kirchengemeindlichen Autonomie. Dass die Einführung von PCs langfristig tatsächlich zu einer Nivellierung kirchlicher Hierarchien zwischen Ortsgemeinden und zentralen landeskirchlichen Verwaltungen geführt hätte, lässt sich jedoch nicht belegen und überschätzt sicherlich auch den Einfluss der PCs. MeGaTeK und vergleichbare Programme anderer Landeskirchen, die mit einem Transfer von Daten aus dem kirchlichen Meldewesen vom Rechenzentrum an den PC in der Ortsgemeinde arbeiteten, banden die PCs erfolgreich an die Rechenzentren zurück und machten deren Nutzbarkeit maßgeblich vom Meldedatenverkehr von der Zentrale abhängig.
»Computerpfarrer« – das Ausgreifen der Computernutzung auf den pastoralen Arbeitsbereich
Die örtliche Annäherung des Pfarrers an den Computer war aufgabenbezogen. PCs eigneten sich nun, anders als die Großrechner zuvor, nicht mehr nur ausschließlich für Verwaltungsarbeiten, sondern erlaubten auch, dass Kernbereiche pastoraler Tätigkeit zum Gegenstand innerkirchlicher Digitalisierung werden konnten.
Durch die Kombination der digital vorliegenden Gemeindeglieder-Kartei am PC mit einem Textverarbeitungsprogramm mit Serienbrieffunktion wurde »gemeindliche und übergemeindliche Zielgruppenarbeit (Jugend-, Konfirmanden-, Männer-, Frauen-, Mütter-, Alten-Arbeit)«20 möglich: Die Datensätze konnten nach bestimmten Kriterien sortiert und selektiert werden, um einen spezifischen Personenkreis in der Gemeinde per Serienbrief zu einem gerade für sie relevanten Veranstaltungsangebot einzuladen. Auch konnte die sonntägliche Predigt nun direkt am Computer geschrieben und kurz vor dem Gottesdienst noch geändert werden. Mit der Einführung des Desktop-Publishing (DTP) wurde eine eigenständige Gestaltung des Gemeindebriefs am Bildschirm ohne das Layouten durch Dritte möglich.21
Im Volltext durchsuchbare elektronische Bibelausgaben – auch in den Originalsprachen Griechisch und Hebräisch, wie im Film vom Erbacher katholischen Pfarrer im Ruhestand Alfred Schilling vorgeführt22 – ersetzten die Arbeit mit gedruckten Konkordanzen. Im Religionsunterricht und in der kirchlichen Jugendarbeit wurden PCs als Lernmedium eingesetzt, das an die Lebenswelt der Jugendlichen anknüpfte.23 Über Mailboxen – in der TV-Dokumentation bezeichnet sie der Pfarrer Detlef Amadeus Rose als »Anschlagbrett für die Kirche«24 – konnten computeraffine Pfarrerinnen und Pfarrer ein ebenso computererfahrenes wie meist kirchenfernes junges Publikum erreichen und per Datenfernübertragung sogenannte DFÜ-Seelsorge betreiben. Tatsächlich wurden durch dieses Seelsorge-Angebot besonders junge technikaffine Männer erreicht, die bislang unterdurchschnittlich häufig solche Angebote in Anspruch genommen hatten, wodurch sich eine bestehende intersektionale geschlechts- und altersbezogene Ungleichheit zumindest verringerte.25
An die Seite von Verwaltungsarbeiten traten nun Textverarbeitung, theologische Forschung, Unterricht und Kommunikation als weitere Anwendungsbereiche des Computers.26 Während im Film der bereits erwähnte Münchener Pfarrer Weidemann für eine Effizienzsteigerung der Verwaltungstätigkeit des Pfarrers durch den PC plädierte, um dadurch zusätzliche Zeit für die (weiterhin analog ablaufenden) pastoralen Kerntätigkeiten von Predigt und Seelsorge zu gewinnen, wollte der Nürnberger Pfarrer Rose die Nutzung von PCs nicht auf den Verwaltungsbereich beschränkt wissen, sondern strebte nach einer umfassenderen Digitalisierung auch anderer Arbeitszweige des Geistlichen. Noch mehr als Weidemann sah er sich deshalb »technologisch an vorderster Front«27 und »an erster Stelle vorne mit dabei«28.
Mit sechs gleichgesinnten Geistlichen gründete Rose am 7. August 1986 in den Räumen der Computerfirma Commodore in Frankfurt am Main den Verein Pfarrer & PC e.V.29 Der Verein bestand bis zu seiner Selbstauflösung 2006 und erreichte seinen Mitgliederhöchststand mit 588 Personen im Jahr 1995.30 Obwohl er interkonfessionell angelegt war, bestand die Mehrheit der Mitglieder aus jungen lutherischen Pfarrern (Männern), die zum Teil in ihrer bisherigen Bildungsbiografie an Schule oder Hochschule bereits mit Computern in Kontakt gekommen waren, wie Helmut Mittermeier vom Landeskirchlichen Rechenzentrum in München in der Dokumentation erläutert.31 Römisch-katholische Vereinsmitglieder wie der im Film vorgestellte Ruheständler Alfred Schilling oder Pfarramtssekretärinnen wie die interviewte Lilly Engelhard aus dem mittelfränkischen Ehingen stellten eine kleine Minderheit dar. Auch Werner Küstenmacher selbst war Vereinsmitglied.
Seelsorger und Manager – die Frage nach der Arbeitszeitersparnis durch PCs
Intensiv debattiert wurde in der evangelischen Kirche die Frage, ob durch den PC tatsächlich Zeit für Verwaltungstätigkeiten eingespart werde, die der Pfarrer dann der Seelsorge und Predigt widmen könne. Detlef Rose warb bundesweit mit Vorträgen vor der Pfarrerschaft unter dem Titel »Mehr Zeit für die Seelsorge« für die pastorale Nutzung des PCs und begründete in Küstenmachers Film von 1988 eine Zeitersparnis damit, dass er ohne PC gar nicht in der Lage wäre, zusätzlich zu seinem Gemeindepfarramt einen Verein mit damals knapp 300 Mitgliedern zu führen.32
Allerdings konnten PCs auch eine Art »arbeitszeitliche Sogwirkung« entfalten, indem die freigesetzte Arbeitszeit zugleich durch neue Anwendungen wieder aufgebraucht wurde, die zuvor ohne den PC von vornherein undenkbar gewesen wären. Weidemann schildert dies in der Dokumentation etwa am Beispiel der zielgruppenorientierten Gemeindearbeit: Das manuelle Durchsuchen des Zettelkastens mit den Gemeindeglieder-Daten nach Angehörigen eines bestimmten Personenkreises in der Gemeinde, um diese per Brief anzuschreiben, wäre vor der Digitalisierung des Meldewesens mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden gewesen, ließe sich nun am PC aber in vergleichsweise kurzer Zeit bewerkstelligen, sodass eine solche Tätigkeit überhaupt erst in den Horizont des Möglichen gelangte.33 Auch Lilly Engelhard pflichtete Weidemann im Film bei, denn die Arbeit sei »nicht weniger geworden, weil man einfach mehr [mit dem PC] macht dann. Jetzt sieht man die Möglichkeit: ›Mensch, da könnte ich vielleicht den Brief noch verfassen oder ich könnte den Kreis noch anschreiben‹, oder so.«34
In den bundesrepublikanischen evangelischen Kirchen gewann die Frage nach der Zeitersparnis durch den PC-Einsatz an besonderer Brisanz angesichts der pastoraltheologischen Debatten der 1980er Jahre, die sich im Kern um die Frage der Vergleichbarkeit des Pfarrberufs mit dem eines Managers und der Kirche mit einer säkularen Organisation drehten. Die einen wollten, wie etwa der Göttinger Praktische Theologe Manfred Josuttis, das Seelsorgeprofil der Pfarrpersonen und deren Charakter als spirituelle Leiter der Kirchengemeinde stärken und betonten die Differenz der Kirche zu weltlichen Organisationen.35 Die anderen wollten aus der Pfarrperson einen effizienten Manager der Gemeinde machen, was durchaus auch die Übernahme betriebswirtschaftlicher Elemente in die kirchliche Organisation beinhaltete.36 Während es für letztere recht deutlich einleuchtete, warum die Nutzung des PCs durch den Pfarrer sinnvoll für eine effiziente Verwaltung der Kirchengemeinde war, erschien dies ersteren nur dann gewinnbringend, wenn durch die Arbeit am PC tatsächlich Zeit für die eigentlichen geistlichen Aufgaben des Pfarrers frei würde. Umso vehementer verwies Rose deshalb auf den Zeitspareffekt, um den PC auch für Kolleginnen und Kollegen anschlussfähig zu machen, die mit digitalisierter Gemeindearbeit per DFÜ-Seelsorge und dergleichen wenig anfangen konnten.
Computer und Kirchenaustritte – die Säkularisierung zurückdrehen?
Technische Entwicklungen wurden kirchlicherseits seit der Industrialisierung unter dem Vorzeichen von Säkularisierungsprozessen rezipiert.37 Entweder wurden sie für Säkularisierungsprozesse verantwortlich gemacht und konsequenterweise kritisiert – etwa wenn im 19. Jahrhundert beim Bau von Eisenbahnstrecken behauptet wurde, diese würden die Bevölkerung vermeintlich zu sonntäglichen Ausflügen anstelle des Kirchgangs verleiten –, oder sie galten als Instrument, ebenjene Säkularisierungsvorgänge wieder rückgängig zu machen.38 Die letztere Hoffnung wurde angesichts der durchgehend hohen Kirchenaustrittszahlen in der Bundesrepublik der 1980er Jahre mehrfach in der Dokumentation thematisiert, etwa
wenn Detlef Rose davon schwärmte, mithilfe seiner Mailbox »ganz unbefangene Kontakte zwischen Kirche und den jungen Jugendlichen«39 knüpfen zu können, »die vorher gar nicht denkbar gewesen wären, weil einfach gar kein Draht mehr da war«40;
wenn Lilly Engelhard beschrieb, wie sie durch eine Effizienzsteigerung ihrer Arbeit als Pfarramtssekretärin ihren Pfarrer von Verwaltungsaufgaben zu »entlasten«41 beabsichtigte, damit diesem mehr Zeit für seine Gemeinde blieb, und dies explizit mit der sinkenden Zahl der Kirchgänger und Teilnehmenden an Kindergottesdiensten begründete; oder
wenn Markus Weidemann schilderte, wie er es durch die gezielte Einladung von Kindern per Serienbrief zum Kindergottesdienst oder zur ökumenischen Kinderbibelwoche bewerkstelligte, »die Zahl der Kindergottesdienstkinder einigermaßen stabil zu halten«.42
Hier wird zugleich deutlich, dass es das zentrale Kriterium für die Akzeptanz des PCs im Raum der Kirche und damit einer gelungenen »Synchronisierung« von Kirche und Computer war, dass dieser das Knüpfen neuer zwischenmenschlicher Kontakte ermöglichte. Gewarnt wurde dagegen vor einer »Eigendynamik hin zu sich und weg vom Menschen«43, wie es Küstenmacher in seiner Dokumentation beschreibt. Dass auch der PC (nicht unerwartet) Säkularisierungsprozessen keinen Einhalt gebieten konnte, zeigt unter anderem die Anzahl von Kirchenaustritten, die in den Jahren der zunehmenden Verbreitung von PCs in den Pfarrämtern eher noch zu- als abnahmen.
Footnotes
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1
Time Code (TC) 05:57. Alle im Folgenden angeführten TC-Angaben beziehen sich auf die Fernsehdokumentation »Digital in Gottes Reich?«.
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2
TC 08:03.
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3
David Gugerli, Wie die Welt in den Computer kam. Zur Entstehung digitaler Wirklichkeit, Frankfurt a.M. 2018, besonders S. 88-102.
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4
Vgl. TC 15:17, TC 29:24.
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5
Werner Küstenmacher, MS-DOS mühelos! Ein garantiert fröhlicher Cartoon-Computer-Kurs, München 1989.
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6
Vgl. die Auskünfte Werner »Tiki« Küstenmachers im Zeitzeugengespräch mit dem Autor in Leipzig und Gröbenzell am 10.07.2024. Siehe auch die biografischen Informationen auf Küstenmachers Homepage https://www.kuestenmacher.com/; sowie jüngst seine Autobiografie: Werner Tiki Küstenmacher, Einfach Tiki. Mein Leben in Worten und Strichen, Freiburg i.Br. 2026, besonders S. 37-88.
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7
TC 06:14.
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8
TC 15:52.
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9
Zur Kritik an der These von der besonders computerkritischen Kirche vgl. Johann Meyer, »The Computer as a Sophisticated Disguise of the Devil.« Supposed Technophobia in German-Speaking Protestant Churches towards Electronic Data Processing (EDP), in: NTM Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin 34 (2026), S. 165-195, https://link.springer.com/article/10.1007/s00048-026-00444-w.
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10
Vgl. Wilhelm H. Ennemann, EDV für EKD – EKD für EDV, Kassel [1971], o.S. Zur Geschichte der KiGSt vgl. auch ECKD KIGST GmbH (Hg.), Mit Tatkraft & mit Zuversicht. 25 Jahre ECKD, 1992-2017, Darmstadt 2018.
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11
Rechenzentren wurden (in der Reihenfolge der Einrichtung in Klammern) aufgebaut in Volmarstein (1966), West-Berlin (1968), Düsseldorf (1970), Frankfurt am Main (1970/71), Nürnberg (1970, zweiter und später ausschließlicher Standort München 1972), Heidelberg (1971/72, später Karlsruhe), Hamburg (1972), Hannover (1974) und Bielefeld-Bethel (1974/75). Im Jahr 1980 fusionierte das West-Berliner Rechenzentrum mit jenem in Hamburg. Vgl. o.V., Rechenzentren – Gründungsjahr – Ausstattung, in: KIGST-Nachrichten 4 (1976), H. 1, o.S. Die hier beobachtbaren Dynamiken von Zentralisierung und Dezentralisierung im Zuge der Aushandlungen von Machtverteilungen und Hierarchien durch Digitalisierungsprozesse wurden ähnlich für kommunale Gebietsrechenzentren beschrieben von Malte Thießen, Digitalgeschichte als Gesellschaftsgeschichte: Perspektiven einer Regionalgeschichte der digitalen Transformation, in: Ricky Wichum/Daniela Zetti (Hg.), Zur Geschichte des digitalen Zeitalters, Wiesbaden 2022, S. 53-75, hier S. 64-68.
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12
Vgl. Julia Fleischhack, Eine Welt im Datenrausch. Computeranlagen und Datenmengen als gesellschaftliche Herausforderung in der Bundesrepublik Deutschland (1965-1975), Zürich 2016.
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13
Während Löhne und Gehälter in der Bundesrepublik zwischen 1952 und 1967 um 150 % anstiegen, erhöhte sich das Kirchensteuer-Aufkommen im gleichen Zeitraum um 380 %. Vgl. o.V., Hausmitteilung, Datum: 24.03.1969, in: Spiegel 23 (23.03.1969), H. 13, online https://www.spiegel.de/politik/datum-24-maerz-1969-kirchensteuer-a-6f58cf2d-0002-0001-0000-000045702399.
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14
TC 07:30.
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15
TC 07:38.
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16
Vgl. ebd.
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17
TC 07:03.
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18
Werner Küstenmacher, Die Wundermaschine. Was kann der PC für die Gemeinde tun, was nicht?, in: Nachrichten der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern 45 (2. Juli-Ausgabe 1990), H. 14, S. 269-271, hier S. 271.
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19
Werner Tiki Küstenmacher, Das christliche Computerbuch. Für Einsteiger und Aufsteiger, Wuppertal/Zürich 1990, S. 247.
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20
Detlef A[madeus] Rose, Angst vor der Technik? Der Personalcomputer als Arbeitshilfe für den Pfarrer, in: Christ in der Gegenwart. Katholische Wochenzeitschrift 38 (21.09.1986), S. 309f., hier S. 309.
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21
Vgl. Werner Küstenmacher, Erleuchtung oder Bluff? Desktop publishing und Gemeindebrief, in: CHRIC extra (um 1987), o.S. (Landeskirchliches Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern [LAELKB] Pfarrer & PC/Presse über Computer unabhängig von Pfr. & PC. CHRIC und C.I.P).
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22
Vgl. TC 18:03-22:23.
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23
Vgl. z.B. Peter Göpfert, Das Bibelschloß. Software zur Bibel – ein neuer Zugang zu einem schwer zugänglichen Buch für Jugendliche, in: Pfarrer & PC. Das interkonfessionelle Fachmagazin für den Computereinsatz im kirchlichen und missionarischen Bereich 4 (1991), H. 1, S. 32-35.
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24
TC 13:06.
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25
Vgl. die Bilanz der Telefonseelsorge-Stellen Hagen-Mark, Krefeld und Köln, die im Jahr 1995 ein Seelsorge-Angebot per Chat und E-Mail einrichteten: Birgit Knatz/Stefan Schumacher, Aus der Zeit. Eine Geschichte aus 40 Jahren Telefonseelsorge, Bielefeld 2014, S. 65.
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26
Vgl. Detlef A[madeus] Rose, CREDO-BIT ‛92. Eröffnung am 30.01.1992, S. 2 (LAELKB, Pfarrer & PC/Credo Bit 1992, 1993, 1994, 1995).
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27
TC 12:24.
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28
TC 12:47.
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29
Vgl. o.V., Pfarrer und PC, in: idea spektrum. Nachrichten und Meinungen aus der evangelischen Welt (13.08.1986), H. 33, S. 8.
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30
Dirk Lange, Jahresbericht – Verein Pfarrer & PC e. V. 1995, in: PPC-intern. Rundbrief an die Mitglieder im Verein Pfarrer & PC e. V., S. 2 (LAELKB Pfarrer & PC/Mitgliederversammlungen, Vorstandssitzungen, Verträge); Sönke Thomssen, Protokoll vom 03.01.1996 der Mitgliederversammlung des Vereins Pfarrer & PC e. V. vom 29.12.1995, in: PPC-intern. Rundbrief an die Mitglieder im Verein Pfarrer & PC e. V. (1996), H. 2, S. 1 (LAELKB Pfarrer & PC/Mitgliederversammlungen, Vorstandssitzungen, Verträge).
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31
Vgl. TC 08:58.
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32
Vgl. TC 26:00.
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33
Vgl. TC 24:38-25:54.
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34
TC 27:00. Der Trugschluss von der Zeitersparnis durch technischen Fortschritt ist ein in der Technikgeschichtsschreibung nicht unbekanntes Phänomen. Vgl. Ruth Schwartz Cowan, More Work for Mother. The Ironies of Household Technology from the Open Hearth to the Microwave, New York 1983.
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35
Vgl. Manfred Josuttis, Der Pfarrer ist anders. Aspekte einer zeitgenössischen Pastoraltheologie, München 1982; ders., Der Traum des Theologen, München 1988.
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36
Zur Debatte vgl. auch Jan Hermelink, Pfarrer als Manager? Gewinn und Grenzen einer betriebswirtschaftlichen Perspektive auf das Pfarramt, in: Zeitschrift für Theologie und Kirche 95 (1998), S. 536-563.
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37
Vgl. Christian Schwarke, Technik und Christentum. Anmerkungen zu einem verkanteten Verhältnis, in: Sebastian Böhmer u.a. (Hg.), Technologien des Glaubens. Schubkräfte zwischen technologischen Entwicklungen und religiösen Diskursen, Halle (Saale)/Stuttgart 2017, S. 131-142, hier S. 135.
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38
Zu dieser ambivalenten Haltung am Beispiel der Eisenbahn vgl. Johann Meyer, Die Eisenbahn als Missionar oder Ursache des Sittenverfalls? Zur evangelischen Eisenbahnrezeption im Königreich Sachsen, in: Herbergen der Christenheit. Jahrbuch für deutsche Kirchengeschichte 46/47 (2022/2023), S. 35-77.
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39
TC 13:20.
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40
TC 13:26.
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41
TC 11:33.
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42
TC 25:50.
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43
TC 28:06.